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Über mich
 
Mein Name ist Janice vom Gehrenfeld und die Zweibeiner nennen mich und meine Verwandten „Hund“ – warum weiß ich nicht, aber das ist mir auch egal, solange ich immer schön Fresschen bekomm und Gassi gehen darf! Also letztens lag ich so völlig erschöpft auf meinem Lieblingssessel, weil wir ganz weit draußen im Feld waren, als mein Frauchen mit so einem andern Frauchen am Tisch saß und irgendein braunes heißes Wasser getrunken hat. Dazu gab’s richtig gut riechendes Fresschen, aber ich hab nix bekommen, so eine Schweinerei!
Dabei hat mein Frauchen dem anderen Frauchen ihre Lebensgeschichte erzählt, welche ich sehr interessant fand, denn jetzt weiß ich dass es vor mir auch ganz viele andere  „Hunde“ in ihrem Leben gegeben hat, schon seit sie auf der Welt ist! Also da war ich schon ein bisschen eifersüchtig!
 
Naja, mein Frauchen heißt übrigens Ursula-Anette Wagner-Thier, lustig, bei den ganzen T(h)ieren in ihrem Leben! Mein Frauchen ist am 23. Mai 1948 geworfen worden – der Wurf bestand nur aus meinem Frauchen. Blöd, dachte ich, denn dann hat die ja gar niemanden zum Spielen gehabt. Aber da waren angeblich noch so viele andere Zweibeiner und auch Vierbeiner im Haus, dass es bestimmt nie langweilig wurde! In dem Haus in dem mein Frauchen lebte, waren immer auch fremde Leute, denn sie wohnte in einem Hotel – falls ihr nicht wisst was das ist, da zahlen die Zweibeiner um in einem Bett zu schlafen – bätsch, das bekomm ich umsonst! Im Hotel wohnten außerdem noch die Oma Franziska, die Tante Agnes und der Onkel Elmar, die Tante Henni und der Onkel Hans, denen ihre Zweibeinigen Welpen Ingrid, Karin und Mariele und die Mama von meinem Frauchen die hieß Maria und der Papa hieß August. Ach ja und die Schwester von meinem Frauchen, die heißt Marilies und war aus einem andern Wurf und schon viel älter als mein Frauchen! Dann gab es in dem Hotel wie schon gesagt auch Vierbeiner.
  
Um in Giessen zu wohnen brauchte sie ja auch Geld, darum dreht sich sowieso alles in der Zweibeinerwelt…Wir Hunde brauchen nur Fresschen, und das Geld hab ich schon probiert, das schmeckt abscheulich! Wie auch immer musste die dann dafür arbeiten gehen. Das hat die in einem Labor als LTA gemacht, dass heißt Landwirtschaftlich technische Assistentin. Der Cockerspaniel, den meine Ur-Oma sogar noch kennen gelernt hat, hieß Alina vom Üllendahl. Die hat ganz lang bei meinem Frauchen gewohnt!
  
 
Nachdem mein Frauchen aus der Wurfkiste konnte, hat sie immer mit den Münsterländern Mirtzel und Heidi gespielt, die hat sie sehr gemocht und wollte wenn sie groß ist auch einen Vierbeiner; nur für sich alleine! Ihr absoluter Lieblingshund war aber die Eika, die hatte der Onkel Elmar gekauft und wollte sie eigentlich wieder verkaufen, weil er schon so viele andere Hunde hatte. Mein Frauchen fand das ganz unfair und plante deswegen mit ihren Freundinnen immer, wie sie mit der Eika abhauen wolle. Die Kindheit meines Frauchens war also voll von Tieren, denn es gab nicht nur ganz viele Hunde in dem Haus in dem sie wohnte, sondern auch noch andere Tiere, wie z.B. Schweine – die riechen sooo gut!
  
 
Als meine Frauchen dann älter wurde, ist sie von Nordrhein-Westfalen nach Hessen gezogen, da hat sie sich einen Cockerspaniel gekauft, nachdem sie mit ihrem Freund, der später auch ihr Mann wurde, zusammengezogen war. Der Mann heißt übrigens Heinz-Jürgen Wagner und als sie das erzählte, da hab ich besonders aufmerksam gelauscht, weil den kenn ich nämlich! Der wohnt mit uns zusammen - aber das erzähl ich gleich!
  
 
Nicht nur hat sie mitbekommen wie mein Frauchen und mein Herrchen geheiratet haben und umgezogen sind, nein, die hat sogar mit bekommen, wie mein Frauchen 3 mal geworfen hat! Der erste Wurf war ein S Wurf. Der Welpe hieß nämlich Sebastian. Der zweite Welpe war dann ein Mädchen. Die hieß Christine und das dritte war ein F-Wurf und hieß Franziska (komisches Alphabet…)! Sogar als das Frauchen und das Herrchen ein Haus gebaut haben, war die Alina mit! Dann eines Tages als die Alina schon ganz alt war, da kam mein Frauchen auf die Idee sich einen Golden Retriever zu kaufen. Den hatte sie nämlich im Feld gesehen. Da war sie ganz hin und weg, weil der so schön war. Aber Golden Retriever sind ja auch schön, ich bin nämlich auch einer! Also mein Frauchen hat sich dann erkundigt, wo sie so einen Hund herbekommt und dann ist sie zu einer Ausstellung gefahren. Dort hat sie dann einen Züchter kennen gelernt, der auf den Namen Ripka hörte. Bei der haben sich mein Frauchen und mein Herrchen dann die Bodil zu Haitabu gekauft. Die kam somit 1986 nach Atzbach! Bodil fand mein Frauchen einen zu schweren Namen, deshalb hat sie die Bodil immer Illa gerufen – das fand die Illa aber gar nicht schlimm!
 
Nach und nach haben meine Zweibeiner dann immer mehr Hunde gekauft und gezüchtet. Mit dem Züchten haben sie im Jahr 1989 angefangen und danach ganze elf weitere Würfe bekommen! Ich war auch bei einem von denen dabei und jetzt wohn ich zusammen mit drei weiteren Golden Hündinnen und einem kleinen frechen Hund aus Fuerteventura. Die kam hier vor langer Zeit an und hat ganz arg nach anderen Hunden gerochen und war sehr verängstigt! Aber jetzt ist die Lauteste, wenn wir um die Wette bellen! Also die Golden Hündinnen heißen Sally, Enny, Precious und die Spanierin heißt Amalia. Außerdem gibt’s noch den Purzel, das ist der Kater hier, der ist auch schon 16 und unter uns gesagt schon ganz schön fett, aber das ist wohl so wenn man alt wird… Draußen im Garten sind dann noch die Hasen, die Schildkröten und alles andere Getier, was keinen Käfig braucht! So ist die Geschichte von meinem Frauchen, die ich heute gehört hab! Danke fürs zuhören und Entschuldigung für meine Artikulationsschwierigkeiten, aber normalerweise verständige ich mich nur über Bellen, da hat auch der VHS Kurs „Menschensprache – leicht gemacht!“ nur wenig ausbügeln können!
 
Liebe Grüsse, Janice


 

Kontakt:

Ulla Wagner-Thier

Hardenbergstr. 20

35578 Wetzlar

Tel.: 06441 - 66257

Mail: vomgehrenfeld@aol.com

Golden Retriever "vom Gehrenfeld"
hjwagner@aol.com